Jede geschlossene Apotheke ist ein Versorgungsrisiko

Als gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt sehe ich die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge: Der bundesweite Apotheken-Streik am 23. März 2026 ist kein isoliertes Ereignis, sondern ein deutliches Warnsignal. Die Lage vieler Apotheken hat sich über Jahre hinweg zugespitzt – und die Bundesregierung hat es versäumt, rechtzeitig gegenzusteuern.

Gerade in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt mit vielen älteren Menschen ist jede geschlossene Apotheke ein echtes Versorgungsrisiko. Wenn Apotheken wegfallen, trifft das nicht zuerst die großen Städte, sondern vor allem den ländlichen Raum. Dort sind die Wege ohnehin länger, und die Menschen sind in besonderem Maße auf eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung angewiesen.

Die aktuellen Proteste zeigen: Die Situation ist ernst. Apotheken kämpfen zunehmend mit wirtschaftlichem Druck, während gleichzeitig ihre Bedeutung für die Gesundheitsversorgung wächst. Diese Entwicklung darf die Politik nicht länger ignorieren.

Ich fordere daher eine schnelle und nachhaltige Reform der Apothekenvergütung. Es braucht jetzt eine spürbare Anhebung – aber vor allem ein System, das mit der Realität Schritt hält. Starre, politisch festgelegte Honorare werden der wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr gerecht. Stattdessen brauchen wir dynamische, verlässliche Rahmenbedingungen, die sich automatisch anpassen und wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen.

Es kann nicht sein, dass Apotheken von Einzelentscheidungen aus Berlin abhängig sind. Was wir brauchen, ist ein planbares und zukunftsfähiges Vergütungssystem, das die wichtige Rolle der Apotheken endlich angemessen berücksichtigt.

Denn eines ist klar: Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir Apotheken – und mit ihnen ein Stück Sicherheit für die Menschen vor Ort.